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Projekt 1968: https://www.max-ford.de/projekt-1968-auszug/

1968 - Roman

 

Leo, ein Akt- und Pressefotograf aus Berlin, bekommt Besuch von der Journalistin Miriam. Zunächst benötigt sie bloß Passfotos für eine Reise ins Kriegsgebiet Vietnams.

Leo, der aus Springe stammt, vor dem Wehrdienst nach Berlin-Kreuzberg geflohen ist, lebt gut von der Aktfotografie im Jahr 1968, in dem Erotik umfangreich bebildert wird. Leo profitiert von seinem Job auch persönlich. "Blow-up" ist die Vorlage dieses Teils des Romans.

Miriam versucht Leo dazu zu überreden als Fotograf nach Vietnam mitzukommen. Leo lässt sich überreden: Der Job ist gut bezahlt, und er empfindet etwas für Miriam. In den folgenden Monaten bereisen sie nicht nur Vietnam, wo sie in eine lebensgefährliche Situation eines Angriffs des Vietcong auf ein amerikanisches Platoon geraten. Sie reisen durch die Krisengebiete der ganzen Welt und erleben die kulturellen Umwälzungen des Jahres 1968.

Sie werden direkte Zeugen der Ermordung Martin Luther Kings, sie sind beim "Prager Frühling" dabei, auf der Rückreise von den Dreharbeiten zum Film "Easy Rider" und dem Vorläufer-Event von "Woodstock", werden sie zufällig Zeugen des Mords an Robert Kennedy und verfolgen, sobald sie wieder in Deutschland sind, die Studentenunruhen in Berlin und heften sich an die Fersen von Gudrun Ensslin und Andreas Baader, als die RAF zunächst noch dilletantisch die ersten Kaufhaus-Brandstiftungen verübt.

 

Mit mir geht Ihr durch das Jahr 1968, das revolutionär ist und die ganze Welt verändern wird. Fünfzig Jahre später ist 2018 wieder ein Jahr, das revolutionär ist.

Die digitale Transformation formt eine ganz andere Art von Leben, aber der Kern darin, der Mensch, bleibt der Gleiche wie auch 1968.

 

Im Jahr 1968 kämpfte der Aufbruch gegen das Establishment und 2018 tritt eine sehr ähnliche Situation auf: die Digitalisierung hebt Grenzen auf, die Gesellschaften werden "no-line", so dass Grenzen irrelevant werden und was das Establishment 1968 war, ist der erstarkende Nationalismus und ein mittelalterlicher Salafismus im Jahr 2018. Was "Star Wars" mit seinen unterschiedlich entwickelten Kulturen im Universum in den Filmen andeutet, scheint in unserer Zeit stattzufinden. Das Universum brauchen wir für diese Betrachtung gar nicht, es reicht unsere Welt, in der wir leben.

 

Die Perspektive auf 1968 hilft zu verstehen, dass sich Ereignisse auf der Welt wiederholen wenn auch in ganz anderem Gewand. Pessimisten glauben an die Verschlechterung, aber das stimmt nicht, die Welt hat sich nicht verschlechtert. Im Augenblick, so sehe ich es, ist die Welt auf dem Weg zu einem Klärungsprozess, der sie danach nachhaltig nach vorn bringen wird.

 

Zurück zum Roman: Das Leben im Jahr 1968 ist eigentlich schon aufregend genug und steckt voller auch lebensbedrohlicher Gefahren, als Leo bemerkt, dass mit Miriam etwas nicht stimmt....

 

Zurück zum Roman: Ihr werdet Zeugen der Ereignisse im Jahr 1968 und könnt die Liebe von Miriam und Leo fühlen und die Gefahr, die diese Liebe bedroht.

 

Ich habe eigentlich generell wenig Lust nach einem Roman ein Nachfolgewerk nachzuschieben. Ich bin der Ansicht, dass ein Roman für sich sprechen sollte. Bei diesem Roman ist es ganz anders. Vor vielen Monaten hatte ich begonnen an einem Nachfolger zu arbeiten. Der Nachfolger liegt wohlbehütet auf Eis, solange dieser Roman nicht veröffentlicht ist.